Im Berichtsjahr 2011/2012 wurden für insgesamt 15,5 % der bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern in gemeinsamer Trägerschaft gemeldeten Bewerber/- innen die Vermittlungsbemühungen eingestellt, da sie sich bei der Arbeitsverwaltung nicht mehr gemeldet hatten. Sie waren somit laut der Ausbildungsmarktstatistik der BA am Ende des Berichtsjahrs offiziell unbekannt verblieben (vgl. Kapitel A1.3)55. Die Klärung des Verbleibs dieser Bewerber/-innen ist im Rahmen der BA/BIBB-Bewerberbefragungen möglich.
Zum Jahresende 2012 befanden sich 11 % der offiziell unbekannt verbliebenen Bewerber/-innen des Berichtsjahrs 2011/2012 in einer betrieblichen Berufsausbildung nach BBiG/HwO, 2 % in einer außerbetrieblichen oder schulischen Ausbildung in einem BBiG/HwO-Beruf, 3 % in einer Ausbildung in einem Schulberuf bzw. in einer sonstigen Ausbildungsform und 4 % in einem Studium Tabelle A3.2.3-1. Damit waren nur 21 % der offiziell unbekannt verbliebenen Bewerber/-innen in einer vollqualifizierenden Ausbildung verblieben. Bei den sonstigen Bewerbern und Bewerberinnen, d. h. deren Verbleib der Arbeitsverwaltung bekannt war oder für die die Vermittlungsbemühungen weiterliefen, betrug dieser Anteil dagegen 63 %.
Der Anteil derjenigen, die Ende 2012 eine allgemeinbildende Schule besuchten, unterschied sich zwischen den offiziell unbekannt verbliebenen Bewerbern und Bewerberinnen (7 %) und sonstigen Bewerbern und Bewerberinnen (6 %) kaum. Mit jeweils 18 % waren keine Unterschiede beim Anteil derjenigen zu verzeichnen, die einen teilqualifizierenden Bildungsgang (teilqualifizierende Berufsfachschule, Fachoberschule, schulisches Berufsvorbereitungsjahr o. Ä., berufsvorbereitende Maßnahme, Einstiegsqualifizierung, Praktikum) begonnen hatten.
Eine Erwerbstätigkeit oder einen Job hatten 14 % der offiziell unbekannt verbliebenen Bewerber/ - innen aufgenommen, aber nur 5 % der sonstigen Bewerber/-innen. 28 % der unbekannt verbliebenen Bewerber/-innen waren arbeitslos; bei den übrigen Bewerbern und Bewerberinnen traf dies lediglich auf 4 % zu. 7 % der unbekannt verbliebenen Bewerber/- innen blieben aus privaten Gründen zu Hause oder hatten einen sonstigen Verbleib, bei den anderen Bewerbern und Bewerberinnen kam dies nur bei 1 % vor. Die offiziell unbekannt verbliebenen Bewerber/- innen waren somit weit überproportional von eher ungünstigen Verbleibsformen betroffen.
Unter den unbekannt verbliebenen Bewerbern und Bewerberinnen war der Anteil der Altbewerber/ - innen besonders hoch. Fast die Hälfte (44 %) hatte sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt um eine Ausbildungsstelle beworben. Vor allem Altbewerber/- innen, deren Erstbewerbung um einen Ausbildungsplatz bereits 2 oder noch mehr Jahre zurücklag, waren bei den unbekannt verbliebenen Bewerbern und Bewerberinnen im Vergleich zu den sonstigen Bewerbern/Bewerberinnen überproportional stark vertreten Tabelle A3.2.3-2. Dies deutet darauf hin, dass die Neigung, sich nicht mehr bei der Arbeitsverwaltung zurückzumelden, mit der Dauer der Ausbildungsplatzsuche deutlich anstieg. Besonders häufig waren unter den offiziell unbekannt verbliebenen Bewerbern und Bewerberinnen auch Jugendliche mit Migrationshintergrund anzutreffen.